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By Dava Sobel

Längengrad.

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The Stars of Heaven

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1592 beispielsweise lag ein Geschwader von sechs englischen Kriegsschiffen vor den Azoren, um dort spanischen Handelsschiffen aufzulauern, die aus der Karibik zurückkehrten. Ins Netz ging ihnen auch die Madre de Deus, eine mächtige portugiesische Galeone, die aus Indien zurückkam. Trotz ihrer zweiunddreißig Kanonen verlor die Madre de Deus die kurze Schlacht und Portugal eine fürstliche Fracht. In den Laderäumen der Galeone lagen Kisten voller Gold- und Silbermünzen, Perlen, Diamanten, Bernstein, Moschus, Wandteppiche, Kattun und Ebenholz sowie mehr als vierhundert Tonnen Pfeffer, fünfundvierzig Tonnen Nelken, fünfunddreißig Tonnen Zimt und je drei Tonnen Muskatblüten und Muskatnüsse. Die Madre de Deus erwies sich als wahre Goldgrube – ihre Ladung im Wert von einer halben Million Pfund Sterling entsprach etwa der Hälfte des damaligen englischen Staatshaushalts. Gegen Ende des siebzehnten Jahrhunderts verkehrten jährlich quickly dreihundert Schiffe im Jamaika-Handel zwischen Großbritannien und den Westindischen Inseln. Da der Untergang eines einzigen Schiffes einen enormen Verlust darstellte, lag den Kaufleuten natürlich daran, das Unvermeidliche zu verhindern. Sie wollten geheime Seerouten entdecken, doch das bedeutete, ein Verfahren zur Längengradbestimmung zu finden. Der beklagenswerte Stand der Navigation alarmierte auch Samuel Pepys, den berühmten englischen Tagebuchschreiber, der eine Zeitlang in den Diensten der Royal military stand. Pepys notierte 1683 auf einer Reise nach Tanger: »Angesichts der ungewissen Positionsbestimmungen und der absurden Theorien, die in diesem Zusammenhang aufgestellt werden, und des Durcheinanders, das unter den Leuten herrscht, ist völlig klar, daß sich nur durch göttliche Vorsehung, durch Zufall und aufgrund der Weite des Meeres nicht noch mehr Katastrophen in der Seefahrt ereignen als ohnehin schon. « Geradezu prophetische Worte, wenn guy an die Katastrophe vor den Scilly-Inseln denkt. Dieses Unglück, das sich 1707 in unmittelbarer Nähe der großen englischen Häfen ereignet hatte, lenkte das Augenmerk der ganzen kingdom auf das Längengradproblem. Der plötzliche Verlust so vieler Menschenleben, von so vielen Schiffen und so viel Ehre – neben all den Katastrophen früherer Zeiten – machte deutlich, wie töricht es conflict, ohne eine Methode der Längengradbestimmung die Ozeane zu befahren. Der Tod von Admiral Shovells Männern – weitere zweitausend Märtyrer des Längengrads – beschleunigte die Verabschiedung des berühmten Longitude Act von 1714, in dem für eine Lösung des Längengradproblems eine Prämie von 20 000 Pfund Sterling ausgeschrieben wurde. 1736 ging ein unbekannter Uhrmacher namens John Harrison an Bord der H. M. S. Centurion, um mit einem erfolgversprechenden software eine Erprobungsfahrt nach Lissabon zu unternehmen. Die Schiffsoffiziere sahen selbst, daß sie mit Harrisons Uhr bessere Navigationsergebnisse erzielten. Sie bedankten sich sogar bei Harrison, denn sein neumodischer Apparat hatte ihnen gezeigt, daß sie auf der Rückfahrt etwa sechzig Seemeilen vom Kurs abgekommen waren.

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